Motorradhandschuhe: Grösse, Material und Einsatz
Motorradhandschuhe gehören zur Grundausrüstung beim Fahren, denn die Hände arbeiten ständig an Kupplung, Bremse und Gas. Ein Handschuh, der gut sitzt, erleichtert die feine Bedienung. Hier erfahren Sie, wie Sie Grösse und Material passend wählen.
Richtig messen
Messen Sie den Handumfang an der breitesten Stelle, also oberhalb des Daumens über die Fingerknöchel, und die Länge vom Handgelenk bis zur Spitze des Mittelfingers. Massgebend ist meist die Hand, mit der Sie Gas geben. Vergleichen Sie die Werte mit der Grössentabelle im Artikel, da die Grössen je nach Modell unterschiedlich ausfallen. Probieren Sie den Handschuh möglichst in Griffhaltung: Die Fingerspitzen sollten fast anstossen, aber nicht drücken. Lederhandschuhe geben in den ersten Fahrten etwas nach, deshalb dürfen sie anfangs eng sitzen. Textilhandschuhe verändern sich weniger und sollten von Anfang an angenehm passen.
Leder oder Textil?
- Leder: abriebfest, passt sich mit der Zeit der Hand an, braucht regelmässige Pflege.
- Textil: oft leichter und besser belüftet, trocknet schneller, häufig mit Membran.
- Kombination: Leder in der Innenhand für den Griff, Textil auf dem Handrücken für die Belüftung.
- Zu Protektoren an Knöcheln und Handballen beachten Sie die Angaben im Artikel.
Handschuhe nach Jahreszeit
Sommerhandschuhe sind kurz geschnitten, mit Lochungen oder Netzeinsätzen. Sie bieten viel Gefühl, reichen aber bei Regen und Kälte nicht aus. Ganzjahres- oder Tourenhandschuhe haben eine längere Stulpe, die über oder unter den Jackenärmel kommt, und oft eine Membran, die Wind und Regen abhält. Winterhandschuhe sind stärker isoliert; damit sie warm bleiben, dürfen sie nicht zu eng sitzen. Heizgriffe am Motorrad oder beheizbare Handschuhe können Fahrten in der kalten Jahreszeit angenehmer machen. Auf langen Strecken ist eine Gummilippe am Zeigefinger praktisch, mit der Sie Regentropfen vom Visier wischen. Überhandschuhe finden Sie unter Regen- & Kälteschutz.
Sitz und Verschluss prüfen
- Der Verschluss am Handgelenk lässt sich fest schliessen, sodass der Handschuh nicht abgestreift werden kann.
- Nähte drücken in der Griffhaltung nicht.
- Hebel lassen sich mit zwei Fingern bedienen, ohne dass Material einknickt.
- Die Stulpe passt mit dem Ärmel Ihrer Jacke zusammen.
- Die Fingerspitzen spüren den Gasgriff deutlich.
Pflege und Ersatz
Reinigen Sie Lederhandschuhe mit einem feuchten Tuch und behandeln Sie sie gelegentlich mit Lederpflege, damit sie geschmeidig bleiben. Nasse Handschuhe trocknen Sie langsam bei Zimmertemperatur, idealerweise mit den Fingern nach oben, nie auf der Heizung. Textilhandschuhe mit Membran waschen Sie nach Pflegeetikett, meist von Hand. Prüfen Sie regelmässig Nähte, Klettverschlüsse und allfällige Protektoren und ersetzen Sie beschädigte Handschuhe. Wer viel fährt, hat am besten zwei Paare im Wechsel, damit ein Paar immer vollständig trocknen kann. Eine Auswahl finden Sie unter Motorradhandschuhe; zur Abgrenzung lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Velohandschuhe.
Häufige Fragen
Müssen Motorradhandschuhe eng sitzen?
Sie sollen satt sitzen, ohne Finger oder Handballen einzuengen. Zu weite Handschuhe können sich verdrehen und die Bedienung der Hebel erschweren.
Kann ich Winterhandschuhe auch im Sommer tragen?
Möglich ist es, angenehm aber kaum, weil die Hände schwitzen und das Gefühl am Griff leidet. Für warme Tage sind luftigere Modelle sinnvoller.
Wann sollte ich Motorradhandschuhe ersetzen?
Nach einem Sturz sowie bei durchgescheuertem Material, offenen Nähten oder beschädigten Verschlüssen. Auch ein ausgeleierter Verschluss ist ein Grund für Ersatz.
Allgemeine Hinweise ohne Gewähr. Bei sicherheitsrelevanten Teilen wie Bremsen, Laufrädern und Helmen lassen Sie Montage und Kontrolle bitte von einer Fachperson ausführen.







